"nur Natur"
Inspirationsquelle meiner Kunst ist die Natur.
Bereits als Kind war ich fasziniert von der Schönheit und Einzigartigkeit der Natur.
Viele meiner frühen Kindheitserinnerungen sind eng mit Naturerfahrungen verbunden.
Erinnerungen an den würzigen Geruch von Rainfarn und Beinwell als ich mit meinen Geschwistern auf der Wiese hinter unserem Garten "Blumenladen" spielte, an die Schönheit einer Wilden Karde, als ich sie zum ersten Mal in der Natur sah, an zartes Zittergras, das sich trotz Windstille sacht bewegte …
Die Faszination, die von der Natur ausgeht, hält mich bis heute in ihrem Bann und bestimmt mein Tun.
Ich nutze pflanzliches Material in seiner Vielfalt in meiner künstlerischen Arbeit. Es entstehen Objekte und raumgreifende Installationen für den Innenraum, Landart in der Natur und Fotografien kleiner Naturausschnitte, kleiner Pflanzenfragmente.
Meine Kunst lässt sich schwer einem Genre zuordnen. Im weitesten Sinne könnte man mich als Bildhauerin bezeichnen, die nicht mit Holz, Stein oder Ton arbeitet, sondern mit unterschiedlichsten Naturmaterialien, um Objekte daraus herzustellen.
Für mich bedeutet, mit pflanzlichem Material zu arbeiten, „zusammen mit“ pflanzlichem Material zu arbeiten, denn in diesem Prozess lehrt die Natur mich sehr viel über sich. Meine Arbeiten entstehen in einem engen Dialog mit der Natur.
Neugierig auf die unterschiedlichen Eigenschaften des pflanzlichen Materials erkunde ich, wie ich es verarbeiten darf.
Unterschiedliche Zweige etwa, ob Birken-, Buchen- oder Schlehenzweige, wollen unterschiedlich „behandelt“ werden. Sie lassen nicht zu, dass man sie „verbiegt“, geben einem vor, wie man sie „zu behandeln“ hat.
Nur wenn ich mich auf das Material in meinen Händen einlasse, ihm mit Respekt und Wertschätzung begegne, „auf es höre“, wird meine Arbeit auch den Betrachter berühren.
Es handelt sich um eine einfühlsame, intuitive, hingebungsvolle Arbeitsweise, in deren Verlauf sich häufig erst ergibt, was entstehen wird, bzw. kann.
Ich beschränke mich in meiner Arbeit zumeist auf ein Material und bewege mich in einer monochromen, unaufgeregten Farbpalette.
So entstehen schlicht anmutende, zurückhaltende, unaufdringliche Exponate, denen die stille Schönheit der natürlichen Materialien innewohnt, aus denen sie entstanden sind – Exponate, in die auch immer ein Stück meiner selbst einfließt.
Mit Erstaunen wird das pflanzliche Material, aus seiner natürlichen Umgebung entnommen und durch die Verarbeitung in einen fremden Kontext gestellt, wiedererkannt und genauer betrachtet.
Ein neuer Blick auf die Schönheit und Einzigartigkeit der Natur wird gewonnen.
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